Unser Zeus …

… ist über die Regenbogenbrücke gegangen

Ein furchtbar trauriger Tag, für unsere Mitarbeiter, Ehrenamtler und alle, die unseren Zeus kannten. Am 29.10.2009, abends, hat unser Schatz seine letzten Atemzüge getan. Aber er war nicht allein! Unsere liebe Ehrenamtlerin, Sandra, hat Zeus auf seinem letzten Weg begleitet.

Besonders schlimm ist es für uns, dass dieser tolle Kerl nie ein wirklich schönes Zuhause hatte. Im Januar 2005 kam er zu uns, da sein Besitzer die Auflagen nicht erfüllen konnte. Aber auch da hatte Zeus es nicht wirklich gut. Einige seiner Narben sprechen da wohl Bände…

Zeus war ein echtes Unikat. Charmant, stolz, wunderschön und ehrlich, ein wirklicher Charakterhund. In Null Komma nichts hatte er im Tierheim alle um sein Pfötchen gewickelt. Jeden begrüßte er freudig und sein Schwänzchen konnte gar nicht so schnell wedeln, wie er sich freute.

Und natürlich hatte auch unser Zeus seine ganz besonderen Bezugspersonen, natürlich neben seinen Pflegern Thomas und Moni, die ihn von ganzem Herzen liebten. Das war einmal Sandra, die den Kleinen, so oft sie konnte, mit auf Tour nahm. Er fuhr mit zu Seminaren, ging mit ihr spazieren, in die Hundeschule – sie machte alles möglich.

Samstags und an Feier- oder Urlaubstagen verbrachte unsere Familie Kiesenberg die Zeit mit ihm. An seiner Seite immer eine Staffhündin, denn das liebte er. Seine letzte Begleiterin war unsere Seidenweich. Zeus liebte diese Spaziergänge: Gemütlich durch den Wald laufen, alles erkunden und dann ins Gartenrestaurant zum Frühstück, wo immer einige spezielle Leckerchen auf ihn warteten. Und zum Abschluss schwimmen im See, ein schönes Schlammbad und wälzen auf der Wiese – alle sahen gleich „schmutzig“ aus – Zeus und Begleiter.

Jeden Samstag bekam er von unserer Therapeutin Rosi eine wohltuende Massage, die er in vollen Zügen genoss. Eigentlich hört sich das alles ganz toll an, aber was passiert wirklich?

Unser Zeus saß nun seit fast fünf Jahren im Tierheim. Alle haben ihr Bestes gegeben, um ihm sein Leben so schön wie möglich zu gestalten. Aber ein Zuhause – das wird es nie ersetzen. Und Zeus baute ab, er war so wahnsinnig Menschen bezogen und konnte sie doch nur einige Stunden am Tag bei sich haben. Er gab sich auf. Er ging noch immer gern mit spazieren und schmuste, aber man konnte merken, er war nicht mehr so interessiert an seiner Umwelt wie früher.

Und dann kam diese schreckliche Krankheit dazu. Es fing an einem Samstag an. Er erbrach sich, im Zwinger, im Auto auf dem Weg zum Tierarzt, er bekam keine Luft mehr. Uns allen hat dies den Atem geraubt, wir waren geschockt – unser Zeus, ihn so zu sehen… Alles wurde untersucht und ein paar Tage ging es ihm wieder besser. Er konnte spazieren gehen, wenn auch nicht so wie früher und suchte einfach die Bindung zum Menschen. Aber die Anfälle kamen wieder…

Die Angst, dass er in seinem Zwinger stirbt, war für uns das Schlimmste. Und so krempelte unsere Familie Kiesenberg ihr Leben komplett um und nahm den Schatz gestern in Pflegestelle. Und er blühte auf. Er lief durch die Wohnung, erkundete den Garten, erklomm die Couch und schmuste was das Zeug hielt und schlief auf dem Schoss seiner neuen Eltern ein – Zeus war glücklich, Geborgenheit, Liebe und Wärme rund um die Uhr. Aber es sollte nur einen Tag dauern, bis zu seinem nächsten Anfall – der 50 Minuten andauerte. Voller Angst wurde er erneut in die Tierklinik gebracht. Zeus hat eine sehr seltene Krankheit, man konnte unserem Schatz nicht mehr helfen. Man hätte es nur noch hinauszögern können. Das wollte niemand – denn noch ein paar Wochen voller Qualen, nein, das hat keiner verdient. Und unser Zeus hat wirklich genug durchgemacht und war immer so tapfer.

Und so haben wir uns schweren Herzens entschlossen, ihn über die Regenbogenbrücke gehen zu lassen. Es war eine so schwere Entscheidung, denn endlich hatte er ein liebevolles, warmes Plätzchen gefunden. Das Schicksal – muss es so grausam sein? Nur ein Tag?

Ich persönlich möchte gar nicht an den nächsten Tag denken, wenn alle Hunde zum spazieren gehen herauskommen und Zeus, immer einer der ersten, ist nicht dabei.

Zeus, viele, viele Tränen fließen heute für dich – aus Kummer, dass dein Schicksal kein schöneres sein konnte. Wir werden dich nie vergessen. Du warst und bist in unseren Herzen etwas ganz Besonderes! Wir hoffen von Herzen, dass du dies gespürt hast.

In Liebe
Manja Bretschneider

Und ich hoffe, dass ich die Gefühle der anderen, im Besonderen von Familie Kiesenberg und Sandra, Thomas, Moni und unseren Ehrenamtlern in Worte fassen konnte, die unserem Schatz gerecht werden.