Ein ehemaliger Schützling…

Und hier eine tolle Geschichte von einem unserer ehemaligen Schützlinge. Barney schreibt einfach wunderbar :)

Hallo, Ihr lieben Menschen vom Tierheim Hilden !

Ich bin´s endlich mal wieder, Euer Barney, mit den letzten Nachrichten aus unserem kleinen, aber erfolgreichen Familienunternehmen 😉

Hier war in den letzten Wochen so richtig was los. Es fing damit an, dass Frauchen ganz oft einfach nicht da war – unglaublich. Erst war sie zwei Wochen immer weg und kam nur ab und zu auf einen Sprung vorbei und dann dachte ich, jetzt ist sie wieder zu Hause. Aber nein. Ich merkte schon seit Tagen, dass Frauchen ganz aufgeregt war, viele E-Mails schrieb und viel telefonierte. Tja, und eines Tages ging sie mit einem großen grünen Koffer zur Tür raus und war ganz weg. Eine Woche lang. Der andere Mensch hat sich dann um uns gekümmert. Als auch er dann eines Tages mit einer großen Tasche zur Tür rausging, wurde ich richtig unruhig. Ich dachte nur, was passiert jetzt mit Wilma und mir, wenn keiner von unserem Personal mehr zu Hause ist? Erleichtert stellte ich fest, dass unsere lieben Nachbarn Gundi und Volker den Service für uns übernommen haben. Und dann eines Abends, es war schon lange dunkel und Wilma und ich lagen schon längst in unserem Strohbettchen, ging die Tür auf. Erst haben wir uns ganz doll erschrocken, aber dann kam Frauchen mit ihrem großen grünen Koffer wieder nach Hause. Ehrlich gesagt, wussten Wilma und ich nicht so richtig, ob wir uns freuen oder ob wir nicht vielleicht doch noch ein wenig sauer sein sollten. Gefehlt hat es uns an nichts, als Frauchen auf Reisen war, aber die ganze Unruhe ist mir doch etwas unters Fell gegangen. Ich habe es am liebsten, wenn hier bei uns alles seinen gewohnten Gang geht. Aufregung habe ich gar nicht gerne. Na ja, Frauchen hat sich dann tags drauf ganz besonders lieb um uns gekümmert und es gab eine Extraportion Möhrenchips. Da waren Wilma und ich wieder zufrieden.

Noch etwas habe gar nicht gerne: Wenn Frauchen mit mir kuscheln will und mich auf den Arm nimmt. Dann sagt sie immer, dass ich so süüüüß bin – unglaublich. Ich als ehrenwerter Karnickelmann im besten Alter will ernst genommen werden. „Süüüüüß…“ – wenn ich das schon höre, graut es mir, einfach furchtbar. Ich muss mich erst mal stundenlang putzen, wenn mich ein Mensch angefasst hat. Ich will Euch Menschen ja nicht zu nahe treten, aber so oft wie Wilma und ich putzt Ihr Euch nicht. Ich habe jedenfalls noch nie gesehen, dass sich unsere Menschen gegenseitig die Ohren lecken wie Wilma und ich das mehrmals am Tag tun. Übrigens nimmt Frauchen die Wilma gar nicht mehr auf den Arm, nachdem Wilma sie einfach mal angepinkelt hat. Ob ich vielleicht beim nächsten Mal auch …?

Jetzt wird´s schon wieder unruhig. Aber das kenne ich schon. Ich bin ja schon seit zwei Jahren bei Wilma und unseren Menschen. Die Abläufe hier bei uns kenne ich mittlerweile bestens, da bin ich schon ein alter Hase.  Ich weiß genau, immer wenn die Tage kürzer werden, läuft Frauchen aufgeregt durch die Gegend und stellt überall blinkendes Zeugs auf. Na ja, wenn´s denn sein muss. Und der andere Mensch schleppt dann einen großen Baum in die Wohnung und Frauchen hängt leckere Strohsterne dran. Dummerweise dürfen Wilma und ich die nicht fressen. Als letztes Jahr mal einer runtergefallen war, haben Wilma und ich uns den nur mal interessiert angeguckt und Frauchen war dann gleich nervös geworden. Ein paar Wochen später wird das ganze Zeug wieder weggeräumt. Ihr Menschen seid schon manchmal ein bisschen merkwürdig …

Anbei auch noch ein neues Foto von mir. Da meine Beinchen für ein Selfie einfach zu kurz sind, hat Frauchen auf den Auslöser gedrückt.

Nun steht das große Fest mit den vielen Lichtern vor der Tür. Ich wünsche Euch noch eine schöne Adventszeit, ein wunderbares Fest und kommt alle gut ins neue Jahr. Wilma und ich und unsere Menschen wünschen Euch alles, alles Liebe und Gute !

Viele liebe Grüße,

Euer Barney