Kaninchenhaltung

Ein Text unseres ehemaligen Auszubildenden, Tim Schulten:

Kaninchen sind keine Nagetiere, sondern gehören zu den Hasenartigen oder auch Hasenverwandten. Ein wesentlicher Unterschied liegt im Gebiss: alle Hasenartigen haben hinter ihren Schneidezähnen Zahnstifte liegen. Diese unterstützen die Schneidzähne bei der Nahrungsaufnahme.

Die Schneidezähne (Nagezähne) der Herbivoren (lat. Bezeichnung), zu denen auch unsere Kaninchen gehören, werden natürlicherweise zum Abtrennen (Gräser, Pflanzen , Blätter) bzw. Abnagen (Zweige, Möhren, …) von Nahrung eingesetzt. Die Kaninchen zermahlen ihre Nahrung durch horizontale Bewegungen der Backenzähne. Sowohl Nager als auch Hasenartige besitzen  Zähne ohne Wurzeln, das heißt, sie wachsen ein Leben lang. Damit sich ihre Zähne abnutzen können und sie einen Stopfmagen haben, brauchen diese Tiere immer Heu. Die Tiere fressen und setzen kurz darauf Kot ab. Ist der Magen des Kaninchens leer, kann es zu schweren Magendarm-Erkrankungen kommen, die häufig zum Tod führen.

Empfehlungen für Frischfutter:

  • Broccoli enthält viel Vitamin C
  • Möhre / Karotte
  • Paprika enthält viel Vitamin C
  • Feldsalat
  • Bei Äpfeln/Birnen müssen die Kerne entfernt werden denn sie enthalten Blausäure.

Ungeeignet sind alle Kohlarten, weil sie die Blähungen und Durchfall hervorrufen können!

Geeignete Zweige zum Nagen

  • Weide
  • Alle Obstbäume außer Steinobst
  • Haselnuss
  • Ahorn (Spitz-, Berg-, Feld-) der Kanadische ist Giftig

     Ungeeignete Äste

  • Eibe (für alle Tiere)
  • Stechpalme oder auch Ilex
  • Forsythie u.a.

Achtung giftige Zimmerpflanzen:

  • Alpenveilchen
  • Usambararveilchen
  • Zimmerazalee
  • Orchidee u. a .

Kaninchen brauchen viel Platz. Am besten hält man sie in der Außenhaltung mit viel Auslauf. Aber auch eine Haltung im Innengehege ist problemlos und artgerecht möglich. Es sollte pro Kaninchen eine Auslauffläche von zwei Quadratmetern vorhanden sein und bei großen Rassen mindestens drei Quadratmeter. Beispiele wie es nicht aussehen soll kann man fast überall in Zoofachgeschäften sehen, inklusive angebotener Käfige.

Da Kaninchen  sehr soziale Tiere sind und in freier Natur immer in Gesellschaft leben, sollte man sie nie alleine halten! Die Einzelhaltung ist nicht Artgerecht, die Tiere vereinsamen. Ein Mensch kann kein Ersatz für einen Artgenossen sein.

Wichtige Impfungen

Die Grundimmunisierungen eines Kaninchens, gegen folgende Krankheiten sollte man Kaninchen impfen:

Myxomatose

Erstimpfung mit 4 – 6 Wochen bei einem hohen Infektionsdruck (Tierheim/Züchter)

Erstimpfung mit 6 – 10 Wochen bei einem niedrigen Infektionsdruck

Wiederholungsimpfung 4 Wochen später

dann halbjährlich

RHD (Chinaseuche)

Erstimpfung mit 8 – 12 Wochen

Wiederholungsimpfung 3 – 4 Wochen später

dann jährlich

Jedes Kaninchen kann an  Myxomatose und RHD erkranken. Hierbei ist es egal, ob bei Innenhaltung oder Außenhaltung. Kaninchen in der Außenhaltung sind allerdings mehr gefährdet.

Die Myxomatose wird über die Stechmücke übertragen und die RHD über Wildtiere wie Feldmaus oder Igel etc.