Paten gesucht für unsere Sarotti Vermittelt!

EKH
weiblich
geb. 2009
26.10.2015
Tierheimkatze

Sarotti wurde als wildlebendes Katzenbaby eingefangen, bei uns abgegeben und anschließend in einen Mehrkatzenhaushalt vermittelt. Leider wurde sie dort nicht kastriert, da sie Menschen gegenüber misstrauisch blieb und sich nicht einfangen ließ. Mit den vorhandenen Katzen kam sie gut zurecht, öffnete sich jedoch ihren Menschen gegenüber nie, behielt ihre Scheue. Durch unglückliche Lebensumstände kam sie aus der Vermittlung zurück als sie 6 Jahre alt war. Unsere Tierrettung musste sie aus der Wohnung holen. Hierzu bedurfte es zweier Anläufe, da sie so ängstlich und panisch war.

Bei uns wurde sie kastriert und saß dann fast ein Jahr im Katzenhaus. Ohne irgendwelche Fortschritte zu machen, geschweige denn eine Chance auf ein Zuhause zu bekommen. Sarotti war die typische Katze, die man nie zu Gesicht bekam und die sich aus panischer Angst vor Menschen in die hintersten und dunkelsten Ecken verkroch. Kam man ihr zu nahe, sprang sie einem panisch entgegen, rannte um ihr Leben und guckte einen mit aufgerissenen Augen an. Menschenkontakt setzte sie extrem unter Stress und auch mit Schinken, Thunfisch etc. konnte man keine Bindung zu ihr aufbauen. Von einigen dominanten Katzen im Zimmer wurde sie am Ende so sehr gemobbt, dass sie sich nicht mehr auf die Katzentoilette getraut hat und unter sich machte.

Ich konnte mir ihr Elend und ihre Not nicht mehr ansehen und beschloss gemeinsam mit unserer Katzenpflegerin, dass ich sie auf Pflegestelle zu mir nehme. Sie hätte wohl sonst noch ewig gewartet. Eine Katze, die nie gesehen wird und die niemand haben möchte, da sie erstens keine Kuschelkatze ist und durch ihre schwarze Fellfarbe ohnehin niemandem ins Auge fiel. Die ängstlichen und scheuen Katzen ohne Chance liegen mir nun mal besonders am Herzen.

Wir erhofften uns, sie gut in meine Katzengruppe integrieren zu können und über meine Katzen eine Basis zu schaffen, an sie ranzukommen. Nachdem sie sich super in meine Gruppe eingelebt hatte und vor allem in meinem Langhaarkater Soma einen tollen Kumpel fand, begann sie in kleinen Schritten aufzutauen. Anfangs erkundete sie ausschließlich nachts, später auch tagsüber neugierig die Umgebung, eroberte sich alle Kratzbäume und entdeckte Spielzeuge für sich. Bis heute ist ihr absoluter Lieblingsplatz der gesicherte Balkon. Dort sitzt oder liegt sie an Soma geschmiegt stundenlang und beobachtet das Geschehen im Garten.

Mitte letzten Jahres entschied ich mich dazu, sie homöopathisch gegen Angstzustände zu behandeln und erhoffte mir außerdem, dass sie so etwas mehr zur Ruhe findet. Die Verabreichung tut ihr sehr gut. Sie macht zwar immer nur kleine Fortschritte, doch sie entwickelt sich. Parallel dazu begann ich mit dem Clicker Training und konditionierte sie mit Leckereien. So kann ich langfristig gesehen eine Basis zu ihr aufbauen und sie an Berührungen gewöhnen. Mittlerweile lässt Sarotti es zu, mit einer Katzenangel abgestreift zu werden. An guten Tagen erträgt sie sogar kurze, direkte Berührungen.

Sarotti kommt nun auch tagsüber sehr viel raus und verkriecht sich nicht mehr. Bei schnellen Bewegungen haut sie nach wie vor ab, nimmt mittlerweile aber auch Leckerchen an. An richtig guten Tagen schmiegt sie sich an meine Beine wenn ich sie füttere. Das macht mich ungemein glücklich. Wir alle gemeinsam sind ein klasse Team geworden.

Eure Auszubildende

Dörthe Vorhof

Zusatz:

Wir danken unserer Dörthe von Herzen, dass sie sich der Kleinen angenommen hat und Sarotti nun ein schönes Katzenleben führen kann. Bei einem geduldigen Menschen der sie liebt, ihr Zeit gibt und sie versteht. Und in einer Katzengruppe in der sie respektiert wird und sogar ein Kumpel für sie da ist. Sarotti hat durch Dörthe so viele Fortschritte gemacht, dass wir sie nicht mehr aus dem gewohnten Umfeld reißen möchten. Dies wäre mit großer Wahrscheinlichkeit zum Scheitern verurteilt und dies möchten wir unserer Sarotti nicht noch einmal zumuten. Da wir weiterhin für Kosten aufkommen suchen wir für unsere Sarotti Paten. So helfen Sie mit, dass sie nun endlich glücklich sein kann und nicht mehr ständig in Angst und Panik leben muss. Herzlichen Dank!

Herzliche Grüße

Manja Bretschneider & Ihr Tierheim-Team Hilden

Nachtrag 07.02.2019 von unserer Dörthe: Seit Dezember bewohnen wir zu viert unsere neue gemütliche Wohnung. Ich hatte damit gerechnet, dass Sarotti sehr lange brauchen wird, um sich einzuleben und aufzutauen. Doch das Mädchen hat mich mehr als überrascht: Entgegen meiner Erwartung hat sie sich nicht zurückgezogen und verkrochen, sondern noch am gleichen Abend die Wohnung inspiziert. Sie scheint sich in der neuen Wohnung sichtlich wohl zu fühlen und ihre neue Umgebung zu genießen.

Ihr Lieblingsraum ist unser Schlafzimmer. Nach wie vor mag sie es, sich bei “Gefahr” in ihr Körbchen unter dem Bett zu verkriechen – typisch scheue Katze eben! Doch seit wir in der neuen Wohnung leben, ist ein großer Unterschied zu bemerken – Sarotti verbringt wirklich viel Zeit draußen – ohne Versteck und Rückzug. Am liebsten liegt sie offen auf ihrem Fell, dass vor dem Bett liegt oder aber mitten auf dem Bett. Von dort aus hat sie durch die Zimmertüre einen guten Überblick auf Wohnzimmer und Küche. Sie kann genauestens beobachten was ich treibe und wo die Jungs sich aufhalten. Quasi ein kleiner Wachposten, der sie in Sicherheit wägt, aber ihr die Chance gibt, mittendrin zu sein statt nur dabei. Außerdem sieht sie, wann ich in der Küche stehe und es Futter oder Leckerchen geben könnte – dann steht sie sofort maunzend in der Schlafzimmertüre und reibt sich am Türrahmen. Wer besonders süß ist, staubt ja bekanntermaßen besonders viele Leckereien ab!

Sarotti liebt es stundenlang mit ihrer Kegelbahn zu spielen. Sie schießt immer und immer wieder die Kugeln durch die Schienen und wenn man sie so beobachtet denkt man, sie sei ein zu groß geratenes Kitten, das nie erwachsen wird. Während sie spielt scheint sie sehr glücklich und frei von Angst zu sein. Ich schaue ihr eine halbe Ewigkeit dabei zu und genieße es einfach, sie so aufgeweckt zu sehen. Wer hätte gedacht, dass das mal möglich sein würde. Auch mit mir spielt sie ganz gerne. An manchen Tagen ist sie dabei zurückhaltender, an anderen Tagen öffnet sie sich extrem, kommt immer wieder ganz nah zu mir oder springt aufgeweckt durch die Gegend, jagt ihre Katzenangel, staubt ein paar Leckerlies ab oder fängt diese in der Luft mit ihren Pfoten. Mit Leckereien wird man sie wohl immer bestechen können.  

Heute morgen habe ich Sarotti zu unserer Tierärztin gebracht, wo sie in Narkose untersucht wird. Grade bei scheuen, älteren Katzen, die nicht händelbar sind und sich anfassen lassen, ist es wichtig, mindestens einmal im Jahr eine genaue Untersuchung durchführen zu lassen, um einen Überblick über den allgemeinen Gesundheitszustand zu behalten. Um eine Zahnsanierung kommen wir nicht herum, denn diese sind altersentsprechend nicht mehr gut in Schuss. Wir werden außerdem ein Blutbild und einen gesamten Körper-Check-Up machen.

Beim Einfangen für den Tierarzt hat sie mir eine für mich große Liebeserklärung gemacht: Sie hat nicht versucht mich zu beißen! Das bedeutet mir sehr viel, denn für eine misstrauische, ängstliche und auch traumatisierte Katze wie Sarotti ist das ein völlig untypisches Verhalten, Berührungen über sich ergehen zu lassen, vor allem, wenn sie erzwungen sind. Ich werde darüber berichten was bei den Untersuchungen heraus kam.

Nach wie vor bekommt die Maus homöopathische Unterstützung gegen ihre Angstzustände. Die Medikamente wirken sich sehr gut auf ihren Allgemeinzustand aus. In diesem Zusammenhang nochmal vielen Dank an alle Paten, die es mir ermöglichen, Sarotti tierärztlich behandeln und allgemein versorgen zu können.

Nachtrag März 2019: Sarotti war zur Herzschalluntersuchung und zur Sonografie in der Tierklinik Neandertal, da ihr Blutbild auf Herzkrankheiten und Tumorwachstum hinwies. Zum Glück konnte beides ausgeschlossen werden. Dafür fiel auf, dass ihr Unwohlsein durch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung ausgelöst wurde.

Mittlerweile ist die kleine Maus wieder wesentlich fröhlicher und frisst endlich wieder ordentlich. Neuerdings sitzt sie abends gerne mal am Couchende während ich fernsehe und entwickelt sich mir gegenüber wirklich ganz toll. Ich bin super stolz auf sie.