Kurt

Malinois
männlich
4 Jahre
Juli 2020

Kurt wurde abgegeben, weil seine Besitzer ihn einfach nicht auslasten konnten. Bei uns zeigte sich dann, dass er massive Probleme hatte. Er wurde so beschrieben, dass er loyal zu Menschen ist die er liebt, die Grundkommandos kennt, neugierig und verspielt ist. Man ihm aber auch nicht zu nahe kommen sollte, wenn er frisst.

Im Tierheim ging er sämtliche Leute an, und er meinte das tot ernst. Daher gingen vorerst auch nur unsere Mitarbeiter mit ihm spazieren bzw. haben mit Kurt trainiert. Inzwischen wurde er auch kastriert, was seiner positiven Entwicklung gut getan hat. Anfangs brauchte unsere Hundetrainerin teilweise drei Stunden, um überhaupt an ihn heranzukommen. Da er sehr unruhig und gestresst war, ließ sie sich Zeit. Mittlerweile geht er die Leute nicht mehr an und zeigt sich insgesamt viel zugänglicher.

Kurt zeigte ein gelerntes Verhalten, um Menschen auf Distanz zu halten. Es wird auch weiterhin ein Stück harte Arbeit bedeuten, das gelernte Verhalten umzulenken. Es wird einige Zeit brauchen, um eine Beziehung zu ihm aufzubauen. Seine neuen Halter sollten konsequent und erfahren sein. Menschen die sich ihm gegenüber unsicher zeigen bekommen sofort die Zähne gezeigt.

Vorsicht ist weiterhin bei Futter geboten. Hier steigert sich Kurt noch rein. Auch Spielzeug ist keine gute Idee, da er dieses ausschließlich für sich beansprucht. An der Leine hingegen klappt es nun schon viel besser, so dass auch unsere liebe Ehrenamtlerin Antje mit ihm spazieren gehen kann. Er ist nicht mehr so distanziert und kommt immer näher heran. Stand er vorher regungslos und lauernd vor einem, kann er nun mit einem Kommando zum weitergehen bewegt werden.

In der Hundegruppe läuft er super mit. Seine vorherigen Besitzer gaben an, dass Kurt Rüden nicht mag. Inzwischen zeigt er sich bei Hunden eher freudig erregt. Kleine Wuschelhunde findet er besonders toll.

Wenn Kurt richtig schlechte Laune hat geht man ihm am besten aus dem Weg. Aber wir freuen uns sehr, dass er von einem anfangs ständig verwarnenden Hund nun zu einem Hund geworden ist, welcher das Leben auch genießen kann. Von Woche zu Woche zeigt sich mehr, dass sich die Arbeit mit ihm lohnt. Und Kurt freut sich mittlerweile auch darüber, etwas zu lernen, bietet sich hier an. Und mag es zu kuscheln.

Wir hoffen, dass der Weg in ein neues Zuhause geebnet wurde und sich Menschen finden, die diesen weiter mit ihm gehen möchten. Mit Liebe, Geduld und Konsequenz. Die sich die Zeit nehmen, erst einmal sein Hundeherz zu erobern. Kurt kann nichts dafür, dass er so geworden ist. Aber wir können es wieder gutmachen und ihm ein richtig tolles Hundeleben ermöglichen.

Bei Interesse beraten Frau Rosenkranz und Herr Mielke Sie gerne.

Herzliche Grüße

Manja Bretschneider

Nachtrag 05.06.2021: Hier noch ein Bericht seiner Gassigängerin Antje, die sich immer toll um das Kerlchen kümmert und ihm hilft, seinen Weg zu finden: Bisher bin ich mit Kurt immer in der Gruppe gegangen. Er hat keine Probleme mit den anderen Hunden oder deren Hundeführer. Auch wenn die anderen Hunden unruhig oder ängstlich sind, ignoriert er sie, bis auf ganz wenige Ausnahmen. Sind die Hunde extrem nervös, so geht er in seltenen Fällen mal in ihre Richtung. Meiner Ansicht nach will er sie maßregeln, damit sie Ruhe geben.

Auf Passanten, ob Erwachsene oder Kinder, sowie Radfahrer, Jogger, entgegenkommende Hunde usw. reagiert er überhaupt nicht. Er ignoriert aber auch mehr oder weniger denjenigen, der sich am anderen Ende der Leine befindet. Ab und zu sucht er Augenkontakt oder schubbert sich am Bein. Wenn ich ihn in einer Pause streichel, scheint er das aber trotzdem zu genießen. Er liebt es sich im Gras zu wälzen und lässt sich bei der Gelegenheit auch gern den Bauch streicheln.

Seine Leinenführigkeit hängt sehr von seiner Stimmung ab. Ist er entspannt, läuft er an der lockeren Leine. Sobald wir unbekannte Strecken oder durch eine bestimmte Bahnunterführung gehen, ist er sehr angespannt und zieht entsprechend an der Leine.