Was ist das denn?

Es ist Februar. Die Nächte sind bitterkalt, es gefriert. Es ist Abend – es ist dunkel. Ein Geräusch ist zu hören…

Wir befinden uns im Tierheim Hilden. Unsere Mitarbeiterin, die mit Ihrem Mann die Wohnung im Tierheim bewohnt, geht nach draußen. Wie immer beschleicht sie das ungute Gefühl, dass uns jemand einfach irgendein armes Geschöpf vor die Tür gestellt hat. In der Dunkelheit erkennt sie nichts und will wieder in die Wärme. Doch Moment, da ist doch etwas. Im Lichtschein ist nun ein großes Aquarium zu sehen. Etwas Wasser steht auch noch darin. Also muss der Gemahl helfen, dies Ungetüm ins Tierheim zu tragen. Ist da etwas im Wasser? Dieses ist trübe, verschmutzt – so wie das komplette Gehäuse. Alles an diesem Teil ist nicht mehr funktionsfähig. Doch – bewegt sich da etwas?

Tatsächlich! Aber, was ist das? Es sieht aus wie ein Krebs, aber in blau? Anfassen? Lieber nicht… Besser ist ein Anruf bei unserem Tierheimleiter, der sich die Beschreibung anhört. Und tatsächlich – es ist ein Floridakrebs in blau. Welch Glück, dass unsere Mitarbeiterin nach draußen gegangen ist. Sonst hätte er morgens im Eis wohl ganz anders ausgesehen…

Wer nun eine Gruselgeschichte erwartet hat, wird also enttäuscht. Obwohl, nicht so ganz. Denn es ist ja schon irgendwie gruselig, wie sich manche Leute ihrer Tiere entledigen.

Nun ist das Aquarium wieder hergerichtet, sauber und der Krebs wurde auf den Namen Heinrich getauft. Er bleibt bis zu seinem Lebensende bei uns. Alle Mitarbeiter haben Bücher gewälzt und herausgefunden, was unser Heinrich besonders gerne mag und was nicht. Es wird ihm nun gut gehen.

Herzliche Grüße

Manja Bretschneider