Emmi – unsere Nummer 1

Hier eine wunderbare Geschichte von Emmi bzw. ihrer neuen Familie:

Hallo,

ich bin die Emmi und habe am 18.8.14 ein neues Zuhause bekommen. Meine Familie habe ich seitdem schon ganz schön auf Trab gehalten, aber lest selbst….

Bereits Mitte Juli kamen eine Frau und ein Junge ins Tierheim und waren auf der Suche nach einer Katze, die später – nach ein paar Wochen Eingewöhnungszeit – auch Freigang bekommen sollte. Da es aber auch ein verschmustes Tier sein sollte, tendierte die Frau eher zu einem Kater, weil die ja angeblich viiiiiel schmusiger sind als wir Mädels. Hah, von wegen! Da haben die beiden MICH aber noch nicht kennengelernt! Nachdem sie sich in den Katzenzimmern umgeschaut hatten, hatte meine liebe Frau Bautz wohl das richtige Gespür und hat die beiden zu mir ins Hinterzimmer geführt, wo ich noch in einem Einzelkäfig residierte. Ich dachte „Haus, Garten, Freigang…. das wäre doch was für mich.“ Jetzt musste ich mich von meiner besten Seite zeigen!
Sowie Frau Bautz die Tür geöffnet hatte, habe ich auch schon mein Köpfchen rausgestreckt und mich immer ganz doll gegen die streichelnde Hand der Frau geschmiegt, die später meine neue Mama werden sollte. Mama hat mir später erzählt, dass sie sofort ihr Herzchen an mich verloren hat und plötzlich war ihr auch ihr vorheriges Schmuse-Kater-Geschwätz völlig egal. Ihre Entscheidung ist direkt an diesem Tag gefallen und auch Fabi, der achtjährige Sohn von Mama (ich nenne ihn heimlich „Nummer 2“) wollte, dass ich mitkomme.

Leider gab es aber noch ein Problem: Ich musste mich noch ca. 4 Wochen gedulden, weil Mama in den Ferien auf Buddy (das ist Oma’s Hund) aufpassen musste. Da wir damals nicht wussten, wie Buddy und ich aufeinander reagieren, wollten wir lieber kein Risiko eingehen. Frau Bautz meinte auch, das könnte unter Umständen großen Stressfür beide Tierebedeuten. Ab da begann bei Mama eine regelrechte Zitterpartie. Sie wollte mich unbedingt nach Hause holen, musste jetzt aber die vier Wochen durchhalten und hoffen und bangen, dass ich dann noch da bin. Eine „Vorreservierung“ war leider nicht möglich.

Um noch einmal zu versichern, dass sie mich auch ganz ehrlich abholen wird, hat Mama nach einer Woche eine E-Mail an das Tierheim geschrieben und weiterhin ganz doll gehofft, dass kein anderer Interessent mich ihr wegschnappen würde.

Zwischendurch kam Sie mich noch einmal mit Fabi besuchen. Da habe ich mich aber gefreut! Und Leckerstängchen haben sie mir mitgebracht – so gefällt mir das 😉

Und dann, am 18.8., war es endlich soweit! Mama und Fabi haben den Vormittag damit verbracht, alles Notwendige für mich einzukaufen. 2 Stunden und ein halbes Vermögen später kamen sie mich dann abholen. Meine schöne Transportbox hat aber zuerst mein Mitbewohner, der Jackson, belegt. Hat es sich einfach ganz bequem in der Kiste  gemacht – was denkt der sich eigentlich? Frau Bautz musste ihn sanft dazu animieren, die Box für mich freizumachen und dann endlich durfte ich rein. Anschließend folgte eine ca. 15minütige Autofahrt nach Dormagenund Mama hat beruhigend auf mich eingeredet und ich habe sie mit großen Augen durch die offenen Ritzen der Box angeschaut. Man befürchtete schon, dass ich vor lauter Angst Pipi in die Box mache, aber hey, ich bin schließlich ein großes Mädchen!

In meinem neuen Zuhause angekommen, hat Mama mich in einen Raum gebracht, wo schon ein XXL-Katzenklo mit ganz weichem Katzenstreu auf mich wartete. Mama hat mich immer ins Klöchen gehoben, obwohl ich doch gar nicht musste, aber nun ja, sie wollte wohl sichergehen, dass ich die Sache mit der Katzentoilette auch kapiert habe.

An dem Abend habe ich erst einmal das ganze Haus inspiziert. Überall bin ich – noch ganz vorsichtig geduckt – herumgeschlichen und dann habe ich es mir erst einmal auf Fabi’s Bett gemütlich gemacht. Jetzt durften Mama und Fabi auch näher an mich rankommen und mich ausgiebig streicheln. Mama hat nachher einen Fellpflegehandschuh benutzt, weil ich doch ziemlich stark gehaart habe. Das Kämmen habe ich mir supergern gefallen lassen, sogar auf den Rücken habe ich mich gelegt, damit Mama auch überall schubbern konnte. Am Ende hatte sie eine halbe Plastiktüte voll Haare und meinte „Da können wir uns ja noch eine zweite Emmi draus stricken!“.

Nachdem ich dann ganz manierlich aussah, habe ich mich noch ein bisschen umgeschaut und auch von meinem Fresschen habe ich mehr als die Hälfte verputzt. Aber bald war es schon Zeit zum Schlafengehen. Ich habe ein eigenes Körbchen (mittlerweile  mein absoluter Lieblingsplatz),

aber nachts brauche ich doch etwas mehr Wärme und Nähe. Regel Nummer 1 in meinem Zuhause lautete: „Keine Katzen ins Bett“. Diese Regel wurde noch am gleichen Abend außer Kraft gesetzt! Ich habe ganz fürchterlich miaut und Mama wusste gar nicht, was mit mir los war. Ich bin dann einfach zu ihr ins Bett gesprungen und habe mich ganz doll in ihren Arm gekuschelt, mich dort eingerollt und ganz feste an sie gedrückt. Das hat Mama so das Herz erwärmt, dass sie mich einfach nicht mehr wegschicken konnte. So haben wir dann die ganze Nacht beieinander gelegen – bis zum nächsten Morgen. Und so ist es heute auch noch. Mama ist ganz gerührt und kann gar nicht glauben, was für eine liebe und schmusige Samtpfote sie da nun hat.

Am zweiten Tag bin ich noch mehr aufgetaut und habe sogar schon mit Mama und Fabi gespielt. Die beiden waren ganz schön beeindruckt, wie flink ich sein kann und ganz oft hatte ich das Spielmäuschen erwischt, bevor sie es vor mir „retten“ konnten. Das hat uns allen dreien richtig Spaß gemacht! Abends haben wir  fern gesehen.

Zwischendurch habe ich es mir auf Mama’s Bauch bequem gemacht und ein bisschen gedöst.
Tag drei gefiel mir wohl nicht so sehr.  Morgens hat der Wecker im 5-Minuten-Takt gepiept und Mama und Fabi mussten sich aus dem Bett quälen und beeilen, weil ab heute wohl wieder die Schule losging und Mama wieder zur Arbeit musste. Bis nachmittags war ich also allein. Gott sei Dank hatte ich mein Schnuffelkörbchen, da habe ich mich reingekuschelt. Das Essen wollte mir heute auch nicht so richtig schmecken, habe ganz viel übrig gelassen.

Tag vier war ganz schlimm. Ich habe nichts, aber auch gar nichts von meinem Essen angerührt. Außerdem war ich ganz in mich gekehrt und supertraurig. Nur schmusig war ich weiterhin. Mama hat sich Sorgen gemacht und schon befürchtet, dass ich Heimweh hätte.

Am fünften Tag hat Mama mit Frau Bautz telefoniert, weil sie sich immer noch Sorgen um mich machte. Frau Bautz sagte, wir sollten sicherheitshalber Kontakt zur Tierärztin aufnehmen. Diese meinte, wir sollen auf jeden Fall vorbeikommen. Als Mama am späten Nachmittag von der Arbeit kam und ich wieder den ganzen Tag nichts gegessen hatte, hat sie mich eingepackt und wir sind zum Tierarzt nach Langenfeld gefahren. Das war eine halbe Weltreise, aber dafür bin ich zum ersten Mal mit einer Fähre gefahren 🙂

Beim Tierarzt wurde mir erst Blut abgenommen, aber ich war ganz tapfer und habe brav stillgehalten. Die Diagnose lautete Reizung/Entzündung der Bauchspeicheldrüse. Weil ich so lange nichts gegessen hatte, wurde ich „zwangsernährt“, d.h. die Tierärztin hat mit einer Plastikspritze einen besonders nahrhaften Brei aufgezogen und mir diesen eingeflößt. Die Helferin, die mich festhalten sollte, hat sicherheitshalber Ihre dicken Handschuhe angezogen – verstehe ich gar nicht… *dumdidum*… Mama war jedenfalls ganz beeindruckt von den scharfen Krallen, die ihr kleines Mädchen da hat.
Anfangs habe ich mein Mäulchen noch freiwillig geöffnet und den Brei geschluckt, aber nach einer Weile mochte ich so gar nicht mehr. Anschließend habe ich noch 3 Spritzenmit einem Medikament in den Bauch bekommen, das gefiel mir auch nicht! Aber ich war ganz artig! Als alles vorbei war, hat Mama mich in den Arm genommen und gelobt, wie tapfer ich war. Zu Hause angekommen, habe ich mich erstmal verkrochen. Erst als Mama ins Bett ging, kam ich aus meinem Körbchen raus und hab mich an sie gekuschelt.

Das Wochenende war relativ ruhig. Mama hat sämtliche Tricks angewandt, um mich zum Essen zu animieren. Aber irgendwie hat mir so gar nichts geschmeckt. Nicht einmal mit Milch konnte sie mich locken. Ein paar klitzekleine Happen Hackfleisch habe ich zu mir genommen, aber das war viel zu wenig. Irgendwann musste Mama sich überwinden und die Brei-Prozedur zu Hause durchführen. Fabi’s Papa hat mich festgehalten und Mama hat mein Mäulchen sanft aufgedrückt und mir den Brei eingeflößt. Mama war wieder mal ganz gerührt, dass ich zwar meine Krallen ausgefahren hatte, sie aber nicht gegen sie eingesetzt habe. Abends hat sie mir verraten, dass sie ja schon ein bisschen Schiss davor hatte 😉

Samstag Abend war ich plötzlich von einer Sekunde auf die nächste topfit. Ich hab ein bisschen mit Fabi gespielt und bin sogar im Wohnzimmer rumgesprungen –  Kratzbaum – Couch – Kratzbaum usw. Anschließend habe ich Fabi’s Klavierübungen gelauscht und bin glatt dabei eingepennt!

Aber am Sonntag war alles wieder wie vorher. Ich war in mich gekehrt, habe nichts gegessen usw. Die Brei-Prozedur musste ich auch wieder über mich ergehen lassen. Und Sonntag Abend hatte Mama plötzlich die ultimative Idee und hat mich mit Leckerstängchen gelockt. Also da konnte ich nun wirklich nicht widerstehen und habe die verputzt wie nix! Mama war so glücklich, dass ich überhaupt irgendwas gegessen habe, dass sie mir gleich 4 Stängchen hintereinander gefüttert hat. Aber diese Aktion hat auch Mama’s Misstrauen auf den Plan gerufen. Sie meinte, wer Stängchen essen kann, dem kann es ja nicht sooo schlecht gehen…Mama hat dann das Katzenfutter gewechselt und ich habe wieder ein bisschen gegessen. Insgesamt warsie aber immer noch nicht beruhigt.

Am Mittwoch sind wir wieder zur Tierärztin gefahren, wo ich noch einmal zwei Spritzen in den Bauch bekam. Wieder war ich ganz tapfer und habe kaum gezuckt. Offensichtlichhatten die Medikamte ihre Wirkung getan, denn ab dem nächsten Tag ging es mir zunehmend besser. Und mittlerweile geht es mir richtig gut! Schmusen-spielen-fressen-schlafen…. aber manchmal bin ich auch ein bisschen frech 😉 Das ist Mama und Fabi aber egal, die freuen sich einfach nur, dass ich wohlauf bin.

Jetzt warte ich nur noch auf die Zeit, wo ich ganz eigenständig nach draußen darf. Mit Mama war ich schon einmal ganz vorsichtig im Garten und hab ein wenig herumgeschnuppert und mich herumgewälzt. Demnächst baut Mama eine Katzenklappe ein, das ist sowas wie eine eigene Haustür für mich. Darauf freue ich mich schon.

Ich bin froh, dass Mama und Fabi sich für mich entschieden haben. Auch wenn ich nur noch ein Stummelschwänzchen habe bin ich für die beiden die schönste Mietze der Welt!

Anbei habe ich Euch noch ein paar Fotos angehängt, da könnt Ihr Euch selbst ein Bild machen, wie gut es mir geht 😉