Frettchenhaltung

Ein Bericht unserer 2. Schriftführerin, Alexandra Hinke

Zugegeben, Frettchen sind nicht jedermanns Sache. Entweder man ist total närrisch nach den kleinen quirligen Zeitgenossen oder man steht ihnen eher skeptisch gegenüber. “Die stinken doch!”, ist einer der häufigsten Einwände gegen die Frettchenhaltung. Sicher, unkastrierte Rüden sind keine Nasenfreude: Ihre Toilettenhinterlassenschaften haben kein Blumenaroma und sie besitzen einen leichten Wildtierduft, der aber keinesfalls penetrant ist.

Lässt man sich erst mal auf Frettchen ein, ist man schnell hoffnungslos verliebt. Leider finden immer häufiger Frettchen ihren Weg ins Tierheim. Fundfrettchen, die im Garten gefunden und über die Tierrettung ins Tierheim kamen oder vermeintlich „bissige“ Abgabefrettchen. Hierzu möchte ich anmerken, dass die wenigsten Frettchen wirklich richtig beißen und in dem meisten Fällen nur aus Angst, Unsicherheit oder Übermut mal zwicken. Dieses Verhalten kann man ihnen jedoch binnen weniger Tage abgewöhnen. Meist reicht hierzu die artgerechte Haltung, Spiel- und Kuschelkameraden sowie tägliche Beschäftigung mit ihnen.

Wie genau sieht eine möglichst artgerechte Unterbringung aus? Zunächst darf ein Frettchen niemals alleine gehalten werden. Die geselligen Tiere leben am liebsten in einer größeren Gruppe und verbringen die meiste Zeit des Tages damit, als Knäuel zu kuscheln und zu schlafen. Wenn sie wach werden, ist jedoch ausgiebiges Toben angesagt und es gibt nichts, was vor ihnen sicher ist. Daher ist eine reine Freihaltung in der Wohnung nicht empfehlenswert.

Eine Wohnung so “frettchensicher” zu gestalten, dass man sie unbeobachtet lassen kann, ist so gut wie unmöglich. Die Verletzungsgefahr ist einfach zu groß. Wenn die Frettchen in einem Gehege gehalten werden, muss dieses eine  Mindestgröße von 2 m² für 2 Frettchen und möglichst mehrere Etagen aufweisen. Für jedes weitere Frettchen kommen 0,5 m² hinzu. Zusätzlich ist täglicher Freilauf unter Aufsicht ein absolutes Muss! Für mich stellt die optimalste Lösung ein eigenes Frettchen-Zimmer dar, in dem sie sich frei bewegen können. Ein PVC- Boden und mehrere Katzentoiletten machen die Unterbringung pflegeleicht.

Katzenbäume, Höhlen, zusammensteckbare Rohre etc. bieten Platz zum Schlafen, Verstecken und Spielen. Wöchentliches Umräumen des Zimmers und Austauschen von Spielutensilien sorgen für Abwechslung. Ich möchte an dieser Stelle nicht vorenthalten, dass Frettchen ganz schön viel Arbeit machen. Jedoch zu sehen, wie die Kleinen glücklich sind, ist für mich die schönste Entschädigung hierfür.