Welpenhandel

Tierschutzvereine und Tierheime starten bundesweite Kampagne

Seit Beginn der Coronapandemie nehmen der illegale Welpenhandel und das Welpensterben dramatische Ausmaße an. Deshalb kämpfen nun mehr als 60 Tierschutzpartner als Teil der neuen bundesweiten Tierschutzkampagne „Süße Ware, schneller Tod: Welpenhandel stoppen!“, initiiert vom Hamburger Tierschutzverein von 1841 e. V. (HTV), gemeinsam gegen die Welpenmafia. Auch das Tierheim Hilden ist dabei. Unser Ziel ist es, die Bevölkerung für das Leid der Welpen und deren Eltern zu sensibilisieren und aufzuklären, welche Folgen insbesondere der Online-Handel für die Tiere hat.

Die Nachfrage fördert den Welpentod

Der illegale Welpenhandel nimmt dramatische Ausmaße an. Bundesweit kämpfen Tierschutzkolleg*innen gegen skrupellose Händler und die Welpenflut, die uns alle nicht nur menschlich, sondern auch ressourcentechnisch an unsere Grenzen bringt. Die Tiere leiden und sterben als Produkte der Hundemafia. Sie werden vorsätzlich viel zu jung, nicht geimpft, unterversorgt und nicht selten todkrank über das Internet angeboten. Die überdurchschnittlich hohe Nachfrage nach Welpen gerade während der Corona-Pandemie kurbelt das grausame Geschäft über eBay Kleinanzeigen, Quoka, Snautz und Co. weiter an. Wenn die Welpen vor dem Tod bewahrt werden können, drohen den neuen Halter*innen horrende Tierarztkosten. Diese können sich bis zur Genesung auf einen vierstelligen Betrag belaufen.

Deutschland ist größter Welpenmarkt

Der Online-Handel mit Welpen aus dem mehrheitlich osteuropäischen Ausland, wo sie von ihren Hundemüttern im Akkord „produziert“ werden müssen und unter widrigsten Umständen hausen, boomt. Deutschland ist der attraktivste Markt für den Import der Hundekinder, wie aus einer aktuellen Auswertung des Deutschen Tierschutzbundes hervorgeht. Dieser berichtet: 2020 waren mehr als 1.000 Hunde* von illegalem Handel betroffen. Schon 2020 hatte sich die Zahl der betroffenen Hunde im Vergleich zu 2019 fast verdreifacht. Viele gehandelte Welpen waren zu jung, um von ihrer Mutter getrennt zu sein und nach Deutschland eingeführt zu werden – manche vier Wochen alt. Viele waren unterernährt, dehydriert, litten an Durchfall und Fieber oder gar an der häufig tödlich verlaufenden Parvovirose.

*Die Zahlen entsprechen den Fällen, die dem Deutschen Tierschutzbund bekannt geworden sind. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen.

Das Leid der Tiere muss endlich aufhören! Die Nachfrage bestimmt das Angebot. Aus diesem Grund müssen wir die Bevölkerung „wachrütteln“ und auf die Situation aufmerksam machen. Die Online-Aktionen der Kampagne laufen unter #welpenhandelstoppen. Weitere Informationen finden Sie unter: www.hamburger-tierschutzverein.de/welpenhandel.